Terroranschlag auf Mallorca: Fluggäste haben Anspruch auf Unterstützung und Betreuung

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf Mallorca am heutigen Tage, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren haben, sitzen vermutlich Reisende auf der Balearen-Insel fest, da der Flughafen zeitweise komplett geschlossen wurde.

Der Berliner Rechtsanwalt  Jan-César Woicke weist aus diesem Anlass darauf hin, dass gestrandete Fluggäste Anspruch auf Betreuungsleistungen haben.

 

Passagiere, deren Flug gestrichen wurde oder erst nach Öffnung des Flughafen verspätet startet, haben Anspruch auf Betreuungs- und Unterstützungsleistungen. Rechtsanwalt Woicke: "Betroffene müssen angemessen mit Essen und Trinken versorgt werden. Sollte eine Beförderung heute nicht mehr möglich sein, sind die Airlines verpflichtet, für Hotelunterkünfte zu sorgen."

 

Dieser Anspruch besteht, obwohl die Fluggesellschaften an den Streichungen bzw. Verspätungen keinerlei Schuld trifft. Entsprechende Ausreden braucht kein Reisender zu akzeptieren. Da allerdings davon auszugehen ist, dass die Durchsetzung der Betreuungsleistungen vor Ort in vielen Fällen nicht möglich sein wird, rät Woicke, sich gegebenfalls auf eigene Faust ein Quartier zu organisieren und die Kosten später der Airline in Rechnung zu stellen.

 

Fluggäste, deren Flug gestrichen wurde, haben zudem Anspruch auf Ersatzweise Beförderung zum Endziel, und zwar - nach Verfügbarkeit - zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl mit der ausführenden Fluggesellschaft oder, was Fluggesellschaften gerne ignorieren, zum frühst möglichen Zeitpunkt. Notfalls eben mit einer anderen Airline.

 

Woicke hierzu: "Wer von seine Fluggesellschaft keinen zeitnahen Ersatzflug angeboten bekommt, darf sich selbst auf die Suche nach einer alternativen Verbindung machen und kann die Kosten hierfür ersetzt verlangen." Reine Rolle spielt, ob das ausführende Luftfahrtunternehmen ein regulärer Carrier oder eine "Billigfluggesellschaft" ist. Auch wer z.B. mit Ryanair und Co. fliegt, kann notfalls auf die Lufthansa ausweichen, wenn diese noch Kapazitäten hat. Achten Sie darauf, für alles, vor allem für notwendige Taxifahrten, Übernachtungen, Essen und Trinken, Telefonate etc. die Rechnungen aufzubewahren".

 

In einem Punkt macht der Rechtsanwalt allerdings keine Hoffnung: Die grundsätzlich für Annullierungen vorgesehene Ausgleichszahlung in Höhe zwischen 125,00 und 600,00 Euro pro Person müssen die Airlines nicht zahlen, wenn sie keine Chance hatten, den Flug planmäßig durchzuführen.

 

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