Vulkan-Chaos: Damit Sie nicht in Wut ausbrechen

Wieder einmal sorgt ein isländischer Vulkan für Flugausfälle und –verspätungen. Ein Überblick über Ihre Rechte.

it Ausgleichszahlungen dürfen Sie leider nicht rechnen, wenn sich Ihr Flug wegen der Aschewolke erheblich verspätet oder gar annulliert wird. Allerdings sollten Sie kritisch hinterfragen, ob der Flug wirklich deswegen ausfallen musste oder aber die Luftraumsperrung nur als Vorwand herhält, um nicht zahlen zu müssen.

 

Rechtlos sind Sie jedoch in keinem Fall. Damit Sie nicht als Bittsteller auftreten müssen, lohnt es sich, sich mit Ihren Ansprüchen aus der EU-Verordnung (EG) 261/2004 ein wenig vertraut zu machen.

Wird Ihr Flug gestrichen, haben Sie Anspruch auf Erstattung Ihrer Flugscheinkosten. Dies umfasst die betroffene Teilstrecke oder aber auch sämtliche Flugsegmente – inklusive der des Rückfluges, falls Sie kein Interesse haben, diesen zu nutzen. Sind Sie z.B. auf Ihrem Weg von Nürnberg in die USA in Berlin „gestrandet“, haben Sie zusätzlich Anspruch auf einen kostenlosen Rückflug nach Nürnberg. Die Erstattung hat binnen sieben Tagen zu erfolgen. Fluggutscheine müssen Sie nicht akzeptieren.

 

Alternativ haben Sie Anspruch auf ersatzweise Beförderung zum frühestmöglichen (oder nach Ihrem Wunsch zu einem späteren) Zeitpunkt an Ihr Endziel. Notfalls muss Sie Ihre Fluggesellschaft auf eine andere Airline umbuchen, wenn sie selbst z.B. die Strecke erst wieder in einer Woche bedient, eine andere Fluggesellschaft jedoch bereits am nächsten Tag.

 

Ganz wichtig: Geschuldet ist die ersatzweise Beförderung zum ENDZIEL. Wird also Ihr Flug Berlin-Frankfurt gestrichen und haben Sie einen Anschlussflug nach New York gebucht, muss die Airline sie von Berlin nach New York befördern (lassen). Ob die Beförderung über Frankfurt, London oder Paris erfolgt, es sich gar um einen Direktflug handelt, ist irrelevant. Keinesfalls müssen Sie sich damit zufriedengeben, bloß nach Frankfurt befördert zu werden, wo Sie ihren Anschlussflug ja nicht mehr erreichen können.

 

Haben Sie sich für eine Ersatzbeförderung zum frühestmöglichen Zeitpunkt entschieden, sind Sie bis zum Abflug – selbst wenn mehrere Tage bis dahin vergehen – angemessen zu verpflegen und im Hotel unterzubringen. Der Transport zum Hotel und von dort zurück zum Flughafen ist ebenfalls Aufgabe der Airline. Auch stehen Ihnen zwei kostenlose Telefonate bzw. Emails oder Faxe zu.

 

Angemessen zu verpflegen und ggf. im Hotel unterzubringen sind Sie auch bei erheblichen Verspätungen Ihres Fluges. Gleiches gilt für die Fernkommunikation. Ab einer Verspätung von fünf Stunden dürfen Sie zudem vom Flug zurücktreten und sich Ihre Flugscheinkosten erstatten lassen, so als wäre Ihr Flug annulliert.

 

Missachtet die Fluggesellschaft ihre Verpflichtungen und erwächst Ihnen hieraus ein finanzieller Schaden, weil Sie z.B. selbst einen Ersatzflug oder eine Unterkunft buchen, Sie sich Verpflegung kaufen, Sie telefonieren etc., können Sie diesen anschließend ersetzt verlangen. Aber immer gilt: Suchen Sie zunächst den Kontakt zur Airline und weisen Sie diese auf Ihre Wünsche und Ansprüche hin!

 

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