Artikel mit dem Tag "eugh-urteil"



29. Juli 2019
Weitergehender Schaden gem. Art. 12 Abs. 1 EU-VO ist jener Schaden, der nicht typischerweise allen Betroffenen der Annullierung/Verspätung/Nichtbeförderung entsteht. Verdienstausfall ist so ein weitergehender, individuell zu bestimmender Schaden. Nationale Gerichte können, müssen die Ausgleichszahlung aber nicht auf weitergehenden Schaden anrechnen. Ausgleichszahlung sind unverzüglich zuleisten, also sofort. Fluggesellschaften müssen betroffene Fluggäste umfassend über ihre...
11. Juli 2019
Im Hinblick auf die Ausgleichszahlung stellt ein Flug mit einmaligem oder mehrmaligem Umsteigen eine Gesamtheit dar, sofern er Gegenstand einer einzelnen Buchung war. Kommt es bei einem Flug, der sich aus mehreren Segmenten zusammensetzt, mit Ausgangsflughafen auf dem Gebiet der Gemeinschaft auf einem Segment außerhalb der Gemeinschaft durch ein Luftfahrtunternehmen mit Sitz außerhalb der Gemeinschaft zu einer Verspätung von drei Stunden und mehr, kann die Ausgleichszahlung von demjenigen...
10. Juli 2019
Pauschalreisende, die einen Anspruch auf Erstattung d. Flugscheinpreises gegen ihren Veranstalter haben, können einen solchen Anspruch unter keinen Gesichtspunkten gegenüber dem Luftfahrtunternehmen aus der EU-VO geltend machen. Auch dann nicht, wenn der Reiseveranstalter zahlungsunfähig ist. Betroffene haben aber die Möglichkeit, ggf. v. Staat Schadensersatz zu verlangen, sollte der EU-Regeln zum Schutz v. Reisenden bei Insolvenz d. Veranstalters nicht in nationales Recht umgesetzt haben....
26. Juni 2019
Eine wegen ausgelaufenen Treibstoffs gesperrte Startbahn begründet außergewöhnliche Umstände, sofern es nicht eine Maschine d. ausführenden Luftfahrtunternehmens war, die die Piste verschmutzt hat. Leitsatz der Kanzlei Woicke
11. April 2019
Ein Gericht ist nicht schon deswegen gem. Art. 26 Abs. 2 EuGVVO örtlich und international zuständig, weil sich ein Luftfahrtunternehmen nicht auf das Verfahren einlässt. Eine internationale und örtliche Zuständigkeit ergibt sich nicht daraus, dass ein Luftfahrtunternehmen im Bezirk d. angerufenen Gerichts eine Zweigniederlassung unterhält, sofern der Beförderungsvertrag dort nicht geschlossen wurde. Ein Fluggast ist "Verbraucher" i.S.d. EuGVVO. Leitsätze der Kanzlei Woicke
04. April 2019
Wird ein Flugzeugreifen durch einen Fremdkörper beschädigt, kann dies außergewöhnliche Umstände begründen. Luftfahrtunternehmen muss aber beweisen, dass es im Vorfeld alles Zumutbare unternommen hat, damit es trotz des Reifenschadens nicht zu einer großen Verspätung / Annullierung kommt, etwa Verträge abgeschlossen haben, die einen bevorzugten Reifenaustausch ermöglichen. Leitsätze der Kanzlei Woicke
06. Dezember 2018
Unternehmen, die eine Betriebsgenehmigung als Fluggesellschaft zwar beantragt, aber zum Zeitpunkt der geplanten Durchführung d. Fluges noch nicht erhalten haben, sind keine Luftfahrtunternehmen i.S.d. EU-VO, entsprechend keine Ansprüche aus der EU-VO gegen sie hergeleitet werden können. Leitsatz der Kanzlei Woicke
12. September 2018
Hat ein Fluggast wegen Annullierung / Verspätung /Nichtbeförderung Anspruch auf Erstattung seines Flugscheins, so umfasst dieser grundsätzlich eine Differenz des Preises, den das Luftfahrtunternehmen erhält, und jenes, den der Fluggast zahlt (Provision) Ausnahme: Die Provision wurde ohne Wissen d. Luftfahrtunternehmens festgelegt. Leitsätze der Kanzlei Woicke
04. Juli 2018
Mietet ein Luftfahrtunternehmen eine Maschine nebst Besatzung, um ihre eigenen Flüge durchzuführen ("Wet-Lease"), ist sie ausführendes Luftfahrtunternehmen. Unschädlich ist, dass die vermietende Fluggesellschaft in den Beförderungsunterlagen als "ausführendes Luftfahrtunternehmen" bezeichnet wird. Leitsätze der Kanzlei Woicke
27. Juni 2018
Wird Fluggast nach kurzfristiger Annullierung ersatzweise so befördert, dass sein Zeitverlust am Endziel zwar mindestens zwei, aber weniger als drei Stunden beträgt, hat er gleichwohl Anspruch auf die Ausgleichszahlung. Leitsatz der Kanzlei Woicke

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